Nordische Mythologie – Teil 2

Kommen wir nun zu den Göttern.

In der nordischen Mythologie kann man zunächst zwei Göttergeschlechter unterscheiden: Asen und Wanen.

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Thor (https://de.wikipedia.org/wiki/Asen_(Mythologie)#/media/File:Mårten_Eskil_Winge_-_Tor%27s_Fight_with_the_Giants_-_Google_Art_Project.jpg)

Die Asen sind das größere und heutzutage bekanntere Geschlecht der beiden Götter, zumindest was ihre Vertreter angeht. Zu ihnen zählen etwa Loki, Odin oder der oben dargestellte Thor. Allerdings zählen zu ihnen auch weniger bekannte Götter wie etwa Tyr, Heimdall oder Bragi. Die Asen zeichnen sich vor allem durch ihr kriegerisches und herrschendes Temperament aus und sie leben an der Spitze Yggdrasils in Asgard.

Die Wanen fallen zahlenmäßig deutlich kleiner aus und zu ihnen zählen ebenfalls weniger bekannte Götter wie etwa Freyja und Njörd. Im Gegensatz zu den kriegerischen – also wohl eher zerstörerischen Asen – schreibt man den Wanen eine hohe Fruchtbarkeit zu. Sie leben in Wanenheim, was ungefähr in der Mitte Yggdrasils liegt. Außerdem sind sie das ältere der beiden Göttergeschlechter.

In manchen Quellen werden auch die Riesen und Ungeheuer zu einem dritten Göttergeschlecht gezählt, wodurch sie das älteste Geschlecht überhaupt wären. Die Riesen und Ungeheuer stehen im Grunde für alles Böse. Oftmals werden ihnen auch Naturkatastrophen zugeschrieben und sie besitzen deswegen auch die Macht, die Welten zu vernichten.

Aus diesem Grunde gibt es die Wanen, die die Riesen einerseits beobachten und andererseits versuchen sie, ein Gleichgewicht zu erhalten. Weil die Wanen aber kämpferisch nicht sehr begabt sind, gibt es eben noch die Asen, die letztlich die Macht besitzen, sich und die Welten gegen die Riesen verteidigen zu können.

Angesichts der Tatsache, dass die oft als magische Drei bezeichnete Zahl auch für die Menschen des Nordens einen hohen Stellenwert besaß – drei mal drei Welten in Yggdrasil, drei Geschlechter bei der Unterteilung der Runen, drei erste Götter mit Odin, Vili und Ve – erscheint die Begründung, es gäbe drei Geschlechter nicht allzu weit entfernt.

Ein wichtiger Unterschied zwischen den Asen und Wanen, der eher selten erwähnt wird, ist der Umstand, dass die Wanen ewiges Leben besitzen. Damit die Asen ebenfalls ewig leben können, greifen sie auf die Äpfel der Idun zurück. Idun selbst ist die Göttin der Unsterblichkeit und der Jugend, und, interessanterweise, gehört sie selbst zum Geschlecht der Asen. Dennoch soll es immer wieder Neid seitens der Asen auf die Wanen gegeben haben, weil sie das ewige Leben eben von Geburt an haben.

Bevor wir zur Stellung der Götter und der Bedeutung ausgewählter Götter kommen, muss ich der Vollständigkeit wegen noch den Krieg der Götter erwähnen, denn er ist eine wichtige Geschichte in der nordischen Mythologie.

Bedenkt man, dass die Asen kriegerisch und herrschend waren und getrennt von den Wanen lebten, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass es zwangsläufig zwischen diesen beiden Geschlechtern zu einem Konflikt kommen musste. In der Regel wird der Wanen- oder Asen-Wanen-Krieg als der erste Konflikt der Welt angesehen.

Ausgangspunkt für diesen Krieg ist die Göttin Gullveig, eine Wanin, die als Hüterin der Schätze und des Goldes gilt – von ihr leitet sich vermutlich auch das Wort Gold ab -, und die aber auch die Gier nach dem Gold über die Götter brachte. Die Asen nahmen Gullveig gefangen und wollten wissen, woher sie ihren Reichtum bezog, allerdings verriet sie ihr Geheimnis nicht. Aus diesem Grund folterten und verbrannten die Asen die Göttin insgesamt dreimal – auch hier wieder die magische Zahl. Dieser (mehrmalige) Mord gilt übrigens auch als der erste Mord überhaupt. Als die Wanen vom Tod Gullveigs erfuhren, waren sie so erbost, dass sie einen Krieg begannen.

Je nach Auslegung der Quelle wurde Gullveig wirklich getötet, aber davon ausgehend, dass sie eine Göttin und Waninen war, kann man auch davon ausgehen, dass sie auch nach der dritten Verbrennung wieder auferstanden ist, immerhin ist sie bei der ersten und zweiten Tötung auch wieder auferstanden.

Historiker gehen davon aus, dass dieser Krieg seinen eigentlichen Ursprung in der Geschichte der skandinavischen Völker hatte. So sollen die sogenannten Schnurkeramiker gegen die Streitaxtleute gekämpft haben. Beide Namen stehen für alte Kulturen, die sich im skandinavischen Raum aufgehalten haben sollen.

Obwohl die Asen den Wanen zahlenmäßig weit überlegen waren, stand doch das Schlachtenglück auf Seiten der Wanen. Nach langen und verlustreichen Auseinandersetzungen mussten dies auch die kriegerischen Asen einsehen, weswegen sie ihren Feinden ein Friedensangebot unterbreiteten. Und obwohl die Wanen im Begriff waren, den Krieg zu gewinnen, begaben sie sich ebenfalls an den Verhandlungstisch, denn sie hassten den Krieg.

Noch interessanter wird es, wenn man bedenkt, dass die Wanen im Verlauf der Verhandlungen sogar einen Großteil ihrer Macht freiwillig abgaben. Dahinter vermutet man nicht ganz zu unrecht die alte Moral, nach der der Klügere nachgibt. Außerdem, um zu verdeutlichen, dass man einen dauerhaften Frieden wollte, tauschte man noch Geiseln aus – eine durchaus übliche Praxis in der Antike und ein Motiv, das man in so manch literarischem Werk wiederfinden kann.

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Odin beginnt den Krieg durch den Wurf seines Speers. (https://de.wikipedia.org/wiki/Wanenkrieg#/media/File:Æsir-Vanir_war_by_Frølich.jpg)

Eine Besonderheit in der Hierarchie der Götter des Nordens besteht darin, dass es keine richtige Hierarchie gibt. Der Einfachheit wegen wird gern behauptet, dass Odin der König der Götter oder der Hochgott sei, doch nach allen Quellen und Interpretationen nach zu urteilen, gibt es keinen König der Götter. Im Grunde genommen stehen alle Götter und Göttinnen auf einer Ebene.

Begründet wird dies oft dadurch, dass jeder Gott in der Regel nur eine oder zwei herausragende Eigenschaften besitzt, weswegen es eben nicht möglich ist, dass sich ein einziger Gott zum Herrscher aufschwingen konnte. Allmächtigkeit erreichen die nordischen Götter nur dann, wenn sie zusammenarbeiten und sich ihre jeweiligen Eigenschaften gegenseitig ergänzen.

Einen ähnlichen Mangel an hierarchischer Struktur wies auch das Verhältnis zwischen den Göttern und den Menschen auf. Sicherlich betrachteten die Nordmänner die Götter als höhere Wesen aufgrund ihrer übermenschlichen Fähigkeiten, aber sie ordneten sich den Göttern niemals vollständig unter.

Ähnlich wie in der griechischen und römischen Mythologie waren die nordischen Götter den Menschen nicht sehr unähnlich, was sich vor allem durch deren Probleme und Geschichten zeigte. Auch unter den Göttern gab es Verrat, Liebe und Hass.

Der vermutlich berühmteste Vertreter der nordischen Gottheiten dürfte Thor sein, immerhin taucht er ja auch in Comics und Filmen auf. Allerdings ist die Comicfigur des Thor nicht unbedingt eine exakte Kopie des Thor, den die Nordmänner im Sinn hatten.

Ursprünglich stellte man sich Thor als einen klassischen Hünen vor: groß, muskulös, nicht zwangsläufig intelligent, aber dennoch mit einer bestechenden Ehrlichkeit und Geradlinigkeit ausgezeichnet. Thor besaß kein großes Geschick was Intrigen anging, wenn es für ihn ein Problem gab, dann löste er es immerzu auf dem direkten Weg. Entgegen der Comicfigur stellte man sich Thor aber auch mit roten Haaren und einem mächtigen, roten Bart vor. Ausgerüstet war er natürlich mit dem berühmten Hammer, dem Mjölnir.

Ebenfalls aus dem Comic- und Filmuniversum bekannt ist mittlerweile auch Loki. Er gilt als der Gott der List und wird, der Einfachheit wegen, oft als ein Pendant zum christlichen Teufel dargestellt. Allerdings kann man diesen Vergleich nur bedingt ziehen, denn Loki mag zwar listenreich und intrigant sein, aber die Menschen betrachteten ihn nicht als die Personifizierung des Bösen.

Der uns heute sehr vertraute Dualismus aus Gut und Böse existierte für die Nordmannen nicht. In ihren Augen waren die Götter schlichtweg pragmatisch, was so viel heißt wie, dass sowohl Thor und Loki Ziele verfolgten, aber eben auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

Ein weiteres Indiz dafür, dass man Loki nicht schlichtweg als den Bösen abstempeln kann, ergibt sich aus der Tatsache, dass er zwar scheinbar mit seinem Vorgehen anderen Lebewesen schaden wollte, es ihm aber nicht immer gelang. Aus einer List heraus erfand Loki beispielsweise der Sage nach das Fischernetz, was für die Skandinavier und Nordgermanen wohl eines der wichtigsten Instrumente zur Beschaffung von Nahrung war.

Möglicherweise weniger bekannt ist Lokis Blutsbruder Odin, der sogenannte Allvater und Hochgott der nordischen Götter.

Odin ist eine der vielseitigsten und interessantesten Gottheiten des Nordens. Oftmals wird er als eine Art Kriegsgott gesehen, allerdings stimmt dies nur sehr bedingt. Kampf ist ein Aspekt seiner Persönlichkeit, aber er gilt auch als ein äußerst weiser Mann und als Erfinder der Runen. Dementsprechend unterschiedlich wird er auch dargestellt.

In seiner Rolle als Kriegsgott trägt er beispielsweise immer seinen Speer Gungnir. Oftmals reitet er auch auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir. Aber es gibt auch Darstellungen, die ihn als einen rastlosen Wanderer in einem grauen Mantel und mit einem Wanderstock darstellen, weil er auch als Wanderer zwischen den Welten gilt. Letztere Darstellung war übrigens die Vorlage für Gandalf aus Tolkiens Herr der Ringe-Epos.

Stets begleitet wurde er von seinen beiden Raben – Hugin und Munin -, die unterschiedlich interpretiert werden. Einerseits betrachtet man sie als die Augen Odins, denn sie fliegen immerzu durch die Welten und berichten dem Allvater, was geschieht – darüber hinaus, dies sei am Rande erwähnt, hatte Odin auch nur ein Auge. Aber es gibt auch eine andere Interpretation, die sich aus der Übersetzung der beiden Namen ergibt.

Hugin bedeutet so viel wie Gedanke und Munin bedeutet so viel wie Erinnerung. Das heißt, wenn man Gedanke so versteht, dass eine Denkleistung in die Zukunft projiziert wird, man denkt also über die Zukunft nach, kann man Hugin als die Zukunft an sich und Munin als Vergangenheit, weil er der Erinnerung entspricht, verstehen.

Laut der Sage machte sich Odin oft Sorgen, dass seine beiden Raben nicht zurückkommen, dass also die Zukunft und die Vergangenheit gewissermaßen verschwinden. Betrachtet man nun Odin selbst als das Pendant zur Gegenwart, könnte man darin eine Art Metapher erkennen, die uns sagen will, dass man stets alle drei Zeitebenen – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – im Blick haben sollte.

Es gibt aber auch die gegenteilige Meinung, dass gerade durch die Abwesenheit von Zukunft und Vergangenheit ein großes Augenmerk auf der Gegenwart liegen soll. Dies würde einer Denkweise entsprechen, die man in vielen Philosophien sehen kann und die sich oft zusammenfassen lässt unter dem Motto: Man solle in der Gegenwart leben.

Weniger tiefgründig sind die beiden Wölfe des Odin – Geri und Freki. Sie dienen lediglich dazu, in Walhalla Odins Speisen zu verzehren, während der Allvater selbst nur Met zu sich nehmen darf.

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Odin (https://en.wikipedia.org/wiki/Geri_and_Freki#/media/File:Odin,_der_G%C3%B6ttervater.jpg)

Zum Abschluss unserer kleinen Götterschau will ich noch eine Vertreterin vorstellen, die mich am meisten fasziniert hat: Hel.

Hel ist die Herrscherin der Unterwelt, Helheim, und von ihrem Namen leitet sich wahrscheinlich auch das englische Wort für Hölle (hell) ab. Allerdings sei hier kurz erwähnt, dass die nordische Unterwelt den meisten Quellen nach nicht vergleichbar ist mit der christlichen Hölle.

Während unsere Vorstellung der Hölle oder Unterwelt durchweg negativ belegt ist, ist die nordische Unterwelt kein allzu schlechter Ort. Und auch an der Herrscherin selbst zeigt sich wieder einmal, dass die Menschen des Nordens kein klassisches Gut oder Böse kannten. Denn Hel soll all jene, die ihre Unterwelt betraten, sogar bewirtet haben.

Den meisten Menschen ist womöglich Walhalla ein Begriff. Oftmals wird davon ausgegangen, dass jeder Tote nach Walhalla kommt und deswegen denken auch viele Menschen, dass eben Walhalla die eigentliche Unterwelt sei. Allerdings war Walhalla lediglich all jenen Toten vorbehalten, die in der Schlacht gestorben sind. Die Menschen jedoch, die eben nicht im Kampf starben, kamen nach Helheim.

Was genau mit den Menschen in Helheim passierte, erläutere ich dann im nächsten Artikel. Aber was mich so an der Göttin faszinierte, ist ihre Darstellung. Denn durch Hels Körper verläuft gewissermaßen eine Linie.

Während die linke Seite ihres Körpers dem Idealbild einer schönen Frau entspricht mit einer makellosen Haut und wundervollen blonden Haaren, soll die rechte Seite ihres Körpers wohl eher dem entsprochen haben, was wir heute als Zombie bezeichnen würden, also einem langsam verrottenden und stinkenden Fleischklumpen. Damit spiegelt sie im Grunde den allgegenwärtigen Dualismus von Leben und Tod in ihrer eigenen Person wider – man könnte auch von Yin und Yang sprechen – und gleichzeitig zeigt sie damit auch auf, dass für die Nordmänner Leben und Tod eben nicht strikt voneinander getrennt waren, andernfalls würde man diese beiden vermeintlichen Gegensätze nicht in einer einzigen Person vereint finden.

Fortsetzung folgt …

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Hel (https://i.pinimg.com/736x/62/e2/ce/62e2ced87851f2900fb327335b1b70fd–norse-goddess-norse-mythology.jpg)
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Nordische Mythologie – Teil 2

Nordische Mythologie – Teil 1

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Artikel überschreiben soll, denn es ist schwer, eine klare Trennung zwischen einer germanischen oder nordisch-skandinavischen Philosophie und Mythologie zu machen. Oftmals wird eine Trennung zwischen beiden Weltanschauungen suggeriert, allerdings besteht diese meistens eher in Details – vor allem die Namen der Gottheiten unterscheiden sich, aber die grundlegenden Gedanken sind nahezu identisch. 

Aber wie bin ich eigentlich zu diesem Thema gekommen? 

Ich hatte schon immer ein gewisses Interesse für mythologische Themen. Natürlich ist es wesentlich leichter, etwas über die griechische oder römische Mythologie zu erfahren, einfach weil dort wesentlich mehr überlieferte Quellen existieren, die man vor allem heute auch noch verstehen kann. 

Schauen wir etwa nach Ägypten, so haben wir durchaus schriftliche Quellen, die man auch durchaus versteht, bei denen man sich aber nicht sicher sein kann, ob sie immer vollständig vorliegen. In manchen Fällen weiß man sogar sehr sicher, dass bestimmte Texte schlichtweg verloren gegangen sind. 

Die lateinische Sprache hat sich im Gegensatz zu den Hieroglyphen aber bis heute erhalten und man kann sie auch noch in Schulen lernen. Ähnliches kann man auch über das Altgriechisch sagen, das Theologen heute im Studium noch lernen müssen. Dementsprechend sicher kann man sich bei den Quellen der jeweiligen Mythologien sein. 

Viel schwieriger sieht es aber bei nordischen Mythen aus, denn die Germanen und andere sogenannte Barbaren haben uns kaum Schriften hinterlassen. Es gibt zwar einige Runensteine beispielsweise, aber die sind in ihrem Umfang nicht mit den Überlieferungen aus dem Mittelmeerraum zu vergleichen. 

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Runenstein Karlevi (http://grosssteingraeber.de/media/Fotos/Schweden/Kalmar/Oeland/P1110580karlevi.jpg)

Meine allererste Berührung mit der nordischen Mythologie bestand mit dem Lesen eines Artikels zu Yggdrasil. Ich denke, viele andere Menschen werden andere Berührungspunkte haben, sei es durch die Comicfigur Thor oder vielleicht auch durch Tolkiens Werke, die sehr stark von den nordischen Erzählungen geprägt worden sind. 

Yggdrasil wird gern als Weltenbaum oder fälschlicherweise als Weltenesche übersetzt. Falsch ist diese Übersetzung deswegen, weil das Wort wortwörtlich auf eine Eibe und nicht auf eine Esche verweist. Das spielt für den mythologischen Kontext eine Rolle. Er ist im Grunde eine Metapher oder die Vorstellung der nordischen Weltanschauung. Damit ist aber nicht die Welt in Form der Erde gemeint, diese Vorstellung geht wesentlich weiter. 

Es gibt bezüglich seiner Gestaltung zwei Vorstellung: Die am weitest verbreitete und eigentlich auch am ehesten anerkannte Vorstellung spricht von neun unterschiedlichen Welten, die sich in Yggdrasil wiederfinden und bei denen die Welteneibe eine Art Verbindung darstellt. Bildlich kann man es sich ungefähr so vorstellen, dass jede Welt auf einem Ast oder im Wurzelwerk liegt und die Äste zusammen mit dem Stamm stellen eine Verbindung her. 

Eine andere Vorstellung, die vor allem durch das Aufkommen der Quantenphysik entstanden ist, beschreibt Yggdrasil als eine Verbindung unendlich vieler Welten. Diese Interpretation geht davon aus, dass die neun namentlich bekannten Welten letztlich nur Beispiele für eine viel größere Zahl waren. Somit hat man in dem mythologischen Weltenbaum eine Art Metapher für das gefunden, was die Quantenphysik mit ihrer Mehrdimensionalität ebenfalls zum Ausdruck bringt. 

 

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Yggdrasil und seine Welten (https://www.pinterest.de/pin/404549979005016086/)

Zur Entstehungsgeschichte der Welt, auf der wir Menschen leben, gibt es zwei Versionen. Eine finden wir in der älteren Lieder-Edda und eine andere Version findet sich in der jüngeren Prosa-Edda.

Glaubt man den Nordmännern, so gab es am Anfang die sogenannte Ginnungagap, die meistens als Spalt oder Riss übersetzt wird. Dieser Riss diente als Grenze zwischen dem feurigen Muspellsheim und dem eisigen Niflheim. Durch das Feuer Muspellsheim kam es vor, dass ganze Gletscher schmolzen und das Schmelzwasser im Ginnungagap verschwand.

Im Punkt des Entstehens eines ersten Lebewesens unterscheiden sich nun beide Versionen voneinander. In der Lieder-Edda taucht plötzlich der Riese Ymir auf. Es gibt schlichtweg keine Erklärung, woher er stammt. In der Prosa-Edda aber wird erklärt, dass das Schmelzwasser aus Niflheim in die Ginnungagap floss und so, aus dem Kampf zwischen dem heißen Feuer und dem eher kalten Wasser, entstand Ymir.

In beiden Versionen wiederum wird dieser als der Urriese bezeichnet. Er wird als zweigeschlechtliches Wesen beschrieben, kann also ohne einen Partner andere Lebewesen hervorbringen. In beiden Versionen erschafft Ymir auch einen Sohn und eine Tochter, sowie einen weiteren sechsköpfigen Jungen. Lediglich die Prosa-Edda schreibt noch etwas zu dem sechsköpfigen Jungen. So sollen sich aus ihm die Urzeitriesen entwickelt haben. Beide Versionen wissen allerdings nicht weiter darüber zu berichten, was aus dem anderen Jungen und dem Mädchen wurde.

In der Prosa-Edda gibt es noch eine Urkuh mit dem Namen Audhumbla. Sie hatte zwei Funktionen: Einerseits ernährte sie Ymir und andererseits leckte sie aus einem Stein einen Mann namens Buri frei. Dies geschah innerhalb dreier Tage, wobei am ersten Tag lediglich die Haare, am zweiten Tag der Kopf und erst am dritten Tag der ganze Körper zu sehen war.

Dieser Buri wiederum zeugte einen Sohn mit dem Namen Burr und dieser wiederum zeugte mit der Riesin Bestla die drei Götter Odin, Vili und Ve.

Möglicherweise wurde der Abschnitt Audhumblas der Prosa-Edda allein deswegen hinzugefügt, weil sich aus der Lieder-Edda eine Lücke ergibt zwischen dem Riesen Ymir und der Entstehung der Götter.

Was mich zu einem Problem führt, dass ich noch erwähnen sollte.

Wie ich bereits geschrieben hatte, ist die Quellenlage bezüglich der Mythologie etwas dürftig. Zwar gibt es die beiden oben genannten Niederschriften, bei denen man aber nicht vergessen darf, dass sie einerseits einige Zeit nach den eigentlichen Lebzeiten derer entstanden sind, die an diese Dinge glaubten und damit darf man auch nicht vergessen, dass die Verfasser dieser Werke möglicherweise ihre eigenen Wertvorstellungen mit in die Texte einbrachten.

Im Falle der Prosa-Edda, die von einem Isländer namens Snorri Sturluson verfasst wurde, vermutet man etwa, dass durchaus auch christliche Einflüsse in dem Werk vorkommen könnten.

So berichtet Sturluson davon, dass die aus Ymirs sechsköpfigem Jungen hervorgegangenen Urzeitriesen nach der Entstehung des Meeres aus dem Blut des Riesen ertrunken seien. Umstritten ist diese Theorie vor allem deswegen, weil sie zu sehr an die christliche Sintflut erinnert und es in der Lieder-Edda keinerlei Hinweis auf ein derartiges Ereignis gibt. Auch später wird nie wieder in irgendeiner Form ein Bezug zu einer Sintflut gemacht.

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Urkuh nährt Ymir und leckt Buri frei (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=639093)

In jedem Falle jedoch töteten Odin, Vili und Ve den schlafenden Riesen und aus seinem Körper bauten sie die Welt. Die Erde wurde aus seinem Fleisch geformt, das Meer aus seinem Blut, Felsen und Gebirge waren einst Ymirs Knochen, die Bäume waren sein Haar, die Augenbrauen wurden zu Midgard, der Himmel wurde aus Ymirs Schädel geschaffen und die Wolken aus seinem Gehirn.

Diese Vorstellung mag für einen Europäer des 21. Jahrhunderts zunächst sehr martialisch wirken, allerdings gibt es auch in anderen Kulturen ähnliche Vorstellungen. In Indien etwa gibt es die Vorstellung eines Urmenschen Purusha aus dem die Welt hervorging.

Abhängig von den herangezogenen Quellen wird beispielsweise in der Ginnungagap auch eine Art Urvagina gesehen, aus der alles heraus geboren wurde. Dies passt zu der allgemeinen Vorstellung dieser Völker, dass das Weibliche schon immer das Leben hervorgebracht hat, also betrachtete man diesen Spalt oder Riss möglicherweise auch als etwas rein Weibliches. Wenn man diese Idee weiterspinnt, und manche Autoren tun das, kann man in dem geschmolzenen Eis Niflheims gewissermaßen auch eine Art Ursperma sehen, das letztlich Ginnungagap befruchtet hat.

Ob es die betreffenden Völker tatsächlich so gesehen haben, ist allerdings bis heute fraglich.

Fortsetzung folgt …

 

 

Nordische Mythologie – Teil 1

Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

Die Leute, die mich schon länger kennen und vielleicht auch meine Videos gesehen haben, werden wissen, dass ich mich selbst eher als einen Pazifisten bezeichnen würde. Sehr wohl ist mir aber bewusst, dass der Pazifismus genauso wie der Kommunismus eine Ideologie ist und manchmal muss man den Pfad einer Ideologie verlassen und sich dem Pragmatismus zuwenden. Vor allem wenn das Gegenüber, welches man mit diplomatischen Mitteln versucht, zu beruhigen, darauf nicht eingehen will und es stattdessen nach einer handfesten Auseinandersetzung sucht.

Im Zuge dieser Überlegung hielt ich es für spannend, mich mit Kriegsführung auseinanderzusetzen. Damit ist vor allem der theoretische Aspekt gemeint – strategische Überlegungen, taktisches Vorgehen, mentale und moralische Probleme und Möglichkeiten.

Ich muss dazu sagen, dass ich diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt bin. In meiner Jugend habe ich mich recht viel mit Schlachten der Geschichte beschäftigt und auch mit technischen Möglichkeiten und Mitteln des Militärs. Allerdings musste ich feststellen, dass mein Wissen völlig überholt war.

Es mag merkwürdig sein, doch auch als eher pazifistischer und friedliebender Mensch, der ich schon immer war, hat mich Militärtechnik irgendwie fasziniert. Es war wohl eine ähnliche Faszination, wie sie Kinder beim Anblick einer Dampflok empfinden mögen.

Ich weiß auch, dass sich beispielsweise viele Manager mit Kriegsführung auseinandersetzen. Es gibt wahnsinnig viele Seminare, in denen Geschäftsmänner Sunzis „Kunst des Krieges“ lesen und die dort vorgebrachten Vorgehensweisen auf ihr alltägliches und geschäftliches Leben übertragen. Im Falle des alten chinesischen Meisters mag dies funktionieren, da seine Handlungsanweisungen recht allgemein gehalten sind und sie sich deswegen leicht auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen lassen. Bei modernen und vor allem spezifischen Werken funktioniert das nur noch sehr bedingt.

Aber darum ging es mir auch nicht primär. Ich wollte wissen, wie man heutzutage Kriege führt.

Also recherchierte ich ein wenig im Internet und stieß recht schnell auf William S. Lind. Der Mann ist heute 70 Jahre alt und hat Geschichte studiert. Außerdem gilt er als eine recht umstrittene und vor allem konservative Persönlichkeit. Aber er gilt vor allem auch als ein sehr guter Militärtheoretiker und Mitbegründer des sogenannten Fourth Generation Warfare, also der Kriegsführung der vierten Generation.

Besagter Lind hat auch ein kleines Buch herausgebracht namens 4th Generation Warfare Handbook. Leider gibt es das nur in der englischen Sprache und es ist manchmal etwas anstrengend, die ganzen Abkürzungen, die er aus dem Militärjargon verwendet, herauszufinden. Gemeint sind Kürzel wie etwa KIA, was killed in action, also getötet im Gefecht bedeutet.

Hat man sich aber einmal an diesen Jargon gewöhnt, liest sich das Buch erstaunlich flüssig und selbst für einen Menschen, der kein Militärtheoretiker ist, sind die darin enthaltenen Ausführungen sehr verständlich, weil er neben seinen theoretischen Ausführungen auch immer fiktive, aber dennoch praktische Anwendungen hinzufügt, beispielsweise als er Operation Goliath der Operation David gegenüberstellt.

Vielleicht kurz zur Erklärung: Beide Operationen sind fiktive Missionen im Inshallahland, einem fiktiven, islamisch geprägten Staat, in den die USA einmarschieren. Goliath beschreibt das übliche, uns sehr vertraute Vorgehen, bei dem die US-Army mit schweren Geräten in eine Stadt einmarschiert, Türen eintritt, Leute verhört und bedroht und sich letztlich mit der geballten Feindseligkeit der Bevölkerung konfrontiert sieht. David hingegen beschreibt ein subtileres Vorgehen, bei dem die Soldaten eben nicht als übermächtige Goliaths auftreten – daher die beiden Namen der Operationen nach der biblischen Geschichte. Stattdessen versuchen sich die US-Soldaten zu integrieren, in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten, in dem sie etwa in örtlichen Läden einkaufen gehen oder in Hotels oder Pensionen übernachten, statt sich eine riesige Basis aufzubauen.

Das mag sich jetzt sehr banal anhören, aber Lind führt aus, welch gravierenden Unterschied es bei diesen beiden Vorgehensweisen gibt. Im Falle von Goliath ziehen die Soldaten sehr schnell den Hass der Einheimischen auf sich, weil sie sich eben als übermächtige und alles zerstörende Entität darstellen. So machen sie es dem Feind – in diesem Falle etwa Terroristen, die sich gegen die Besatzung wehren wollen – sehr leicht ein Feindbild zu kreieren. Im Falle von David hingegen lernen die Einheimischen die Soldaten als normale Menschen kennen. Sie sehen sie nicht nur als Männer und Frauen in Uniformen, was es ihnen wesentlich schwerer macht, sie zu hassen und später auch zu bekämpfen.

Es ist eine der wichtigsten und zentralsten Vorbereitungen für einen Krieg, den Gegner zu entmenschlichen. Schaut man sich etwa die Propaganda vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg an, in dem der jeweilige Feind immer als etwas Böses und Unmenschliches dargestellt wird, versteht man auch, wieso es den jeweiligen Soldaten so vergleichsweise leicht fiel, sein Gegenüber zu erschießen.

In unserer heutigen Zeit, in der wir Kriege führen können wie Videospiele an irgendwelchen Joysticks, braucht es so gut wie keine Propaganda mehr. Ein Drohnenpilot sieht seinen Gegner nicht direkt, höchstens als Darstellung auf einem Bildschirm und er muss auch keine Waffe halten oder einen Abzug drücken. Er muss lediglich einen roten Knopf an einem Joystick betätigen und feuert dann eine Rakete oder Maschinengewehrsalve ab.

Diese Entwicklung hat Vor- aber eben auch Nachteile. Ein Vorteil ist die Abkehr vom sogenannten Totalen Krieg. Gemeint ist hier nicht die berühmte Rede Goebbels, es geht viel mehr um ein militärtheoretisches Konzept, das einen Krieg als ein allumfassendes Phänomen beschreibt.

Üblicherweise waren Kriege immer Konflikte zwischen bewaffneten Männern. Doch spätestens im Zweiten Weltkrieg richtete sich der Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung. Genau dieses Übergreifen von militärischem Personal auf Zivilisten beschreibt der Totale Krieg.

Mit modernen Kriegsmitteln wie etwa den Drohnen ist es heute möglich, sehr gezielte Angriffe vorzunehmen, wodurch Menschenleben geschont werden können. Glücklicherweise hat dieses Umdenken auch spätestens nach dem Vietnamkrieg eingesetzt.

Der größte Nachteil ist aber gleichzeitig auch die Entmenschlichung des Krieges. Denn wie oben beschrieben wird der bewaffnete Konflikt heute zu einem Videospiel.

Es ist ein bewiesenes Phänomen der Psychologie, dass es Menschen deutlich schwerer fällt, ein anderes Lebewesen eigenhändig zu töten, als irgendeinen Knopf zu drücken. Dabei geht es nicht mal darum, dass es weniger anstrengend wäre, jemanden zu erschießen, als ihn zu erwürgen. Der Punkt ist, wenn man jemanden erwürgt, sieht man seinem Gegenüber in der Regel ins Gesicht und man sieht den Ausdruck der blanken Angst. Manche Leute sagen auch, man sieht das Weiße im Auge des Feindes.

Wir kennen dieses Phänomen aus dem Reich der Tiere. Entgegen der weitverbreiteten Meinung töten Tiere sich nicht immer. Wenn sie Fleischfresser sind, töten sie andere Tiere, aber eben auch nicht aus Spaß. Es ist eine Notwendigkeit. Bei Revierkämpfen beispielsweise sterben Tiere selten, weil alle Tierarten die Aufgabe das Gegners akzeptieren. Viele Tiere präsentieren dann etwa ihren ungeschützten Bauch und für den Kontrahenten ist dies das Zeichen der Kapitulation.

Stellt man sich die Situation eines Drohnenpiloten vor, der seine Gegner maximal als kleine, ameisenartige Punkte auf einer Karte sieht, ist es nur zu leicht verständlich, wieso es einem solchen Piloten leicht fallen muss, den potenziell tödlichen Knopf zu betätigen.

Doch was bedeutet eigentlich nun diese Kriegsführung der vierten Generation?

Lind führt in seinem Buch aus, dass sich der moderne Krieg spätestens seit dem Vietnamkrieg verändert habe. Vorher haben Staaten gegeneinander Krieg geführt, aber schaut man sich heutige Schlachtfelder an, muss man feststellen, dass heute Staaten gegen nicht-staatliche Organisationen kämpfen wie etwa Terroristen. Um diesen verändertem Umstand Rechnung zu tragen, muss die Kriegsführung angepasst werden.

Zynisch gesagt: Der Krieg wird gewissermaßen weniger destruktiv. Denn statt mit einer gewaltigen Armee irgendwo einzumarschieren und alles einzuäschern, soll man sich nun auf kleine, konzentrierte Operationen verlassen.

Wie oben bereits ausgeführt hat diese Vorgehensweise das Ziel, die einheimische Bevölkerung nicht zu verärgern. Denn das grundsätzliche Problem im Kampf gegen Guerilla-Organisationen besteht darin, den eigentlichen Feind erst einmal zu erkennen.

Als Staaten gegen Staaten Krieg geführt haben, konnte man die Soldaten gut an ihren Uniformen erkennen. Im modernen Krieg kann jeder unscheinbare Zivilist einen Bombengürtel tragen und damit zu einer Gefahr werden.

Lind hat sehr gut erkannt, dass es vor allem der Hass der Zivilbevölkerung ist, der durch eventuell entstehende Schäden einmarschierender Truppen entsteht, der wiederum normale Zivilisten soweit radikalisieren kann, dass sie zu Selbstmordattentätern werden oder sich eben der jeweiligen Guerilla-Organisation anschließen.

Und genau dies mag der Grund sein, wieso es durchaus Sinn macht, sich als Pazifist mit dem Krieg zu beschäftigen. Denn was man vermeiden möchte, das muss man auch kennen und man kann etwas nur kennenlernen, wenn man sich damit beschäftigt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

Ich muss mal wieder mehr schreiben …

Das wird wahrscheinlich der kürzeste Artikel dieses Blogs. Und im Grunde beschreibt die Überschrift schon alles, was ich damit sagen will.

In letzter Zeit habe ich sehr viel Zeit und Mühe in die Produktion und das Ausprobieren von Videos gesteckt. Das macht mir nach wie vor Spaß und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich in Videos nicht unbedingt besser, aber doch irgendwie freier ausdrücken kann.

Ich glaube, dass das in der Sache des Schreibens liegt. Bei einem Video sagt man einen Satz, man kann ihn in der Regel nicht revidieren. Klar, man könnte ihn rausschneiden und neu aufnehmen, aber ehrlich gesagt, wäre mir dies zu viel Aufwand. Wenn ich hier etwas schreibe, dann lese ich das mehrmals durch, ich denke darüber nach und suche nach der bestmöglichen Formulierung und oftmals streiche ich ganze Passagen heraus, weil ich glaube, sie wären nicht gut genug.

Aber damit ist jetzt Schluss!

Keine Sorge, ich werde trotzdem halbwegs grammatikalisch korrekte Texte verfassen, aber wenn ich etwas sagen oder in diesem Fall schreiben will, dann werde ich das auch tun. Immerhin bin ich dem Schreiben gewissermaßen verpflichtet.

Denn ohne mein Schreiben wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, einen Blog zu machen, ich hätte niemals damit begonnen, Bücher zu schreiben und ich wäre wohl nie dazu gekommen, Videos zu drehen.

Wahrscheinlich werde ich nicht ganz so oft schreiben, wie ich Videos mache, denn Videos sind schneller gemacht, als einen Text zu schreiben. Aber ich werde mir Mühe geben!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Ich muss mal wieder mehr schreiben …

G20 – ein Gedankenspiel

Man muss sich fragen, wie die Berichterstattung zum G20-Gipfel eigentlich ausgesehen hätte, wenn es keine „Linksautonomen“ oder „Radikalen“ gewesen wären, die dort gewütet haben? Was wäre passiert, wenn es die sogenannten „Rääächten“ gewesen wären, die Autos angezündet, Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Holzlatten, Dachziegeln und Gehwegplatten beworfen hätten? Würde man dann auch der Polizei die Schuld zuschieben wollen? Oder hätte sich die Politik dann geschlossen und solidarisch hinter die Einsatzkräfte gestellt und gesagt, man müsse mehr gegen solche Menschen unternehmen? Hätte es dann auch Linke und Grüne gegeben, die der Polizei immer wieder vorwerfen, sie habe eskalierend gewirkt? Oder hätten gerade diese Linken und Grünen noch gesagt, man sei nicht hart genug gegen diese bösen Nazis vorgegangen?

Das, was in Hamburg geschehen ist, sollte allen Menschen, die immer noch glauben, Linksextremismus sei kein ernsthaftes Problem, die Augen geöffnet haben. Es ist ein Lehrstück in Janusköpfigkeit und Doppelmoral, und es ist ein Staatsversagen, kein Versagen der Polizei, denn die hat ihre Möglichkeiten ausgereizt. Aber wie soll die kaputtgesparte Polizei denn auch die Fehler dieser völlig unfähigen Politiker in nur wenigen Tagen ungeschehen machen? Wie sollen sie eine jahrelange Blindheit auf dem linken Auge so schnell wieder heilen? Und ich bin mir sicher – natürlich tönen diese fehlerhaften Politiker jetzt besonders laut, man müsse gegen diese „Randalierer“ vorgehen und jeder dieser „Protestierenden“ sei ein Mörder – aber es wird nichts geschehen. Der neue und politisch linke Faschismus wird weiter geduldet werden und er wird weiter wachsen und solche Szenen werden sich immer und immer und immer wieder wiederholen, und man wird immer der Polizei die Schuld zuschieben wollen, denn es erscheint diesen linken Subjekten einfach als normal, dass die Polizei, die als Symbol eines unterdrückenden Staates in deren Augen gesehen wird, das Böse schlechthin ist. Es wäre schön, wenn es anders käme, aber mittlerweile habe ich jegliche Hoffnung in diese Parodie einer Regierung verloren.

G20 – ein Gedankenspiel