Nordische Mythologie – Teil 1

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Artikel überschreiben soll, denn es ist schwer, eine klare Trennung zwischen einer germanischen oder nordisch-skandinavischen Philosophie und Mythologie zu machen. Oftmals wird eine Trennung zwischen beiden Weltanschauungen suggeriert, allerdings besteht diese meistens eher in Details – vor allem die Namen der Gottheiten unterscheiden sich, aber die grundlegenden Gedanken sind nahezu identisch. 

Aber wie bin ich eigentlich zu diesem Thema gekommen? 

Ich hatte schon immer ein gewisses Interesse für mythologische Themen. Natürlich ist es wesentlich leichter, etwas über die griechische oder römische Mythologie zu erfahren, einfach weil dort wesentlich mehr überlieferte Quellen existieren, die man vor allem heute auch noch verstehen kann. 

Schauen wir etwa nach Ägypten, so haben wir durchaus schriftliche Quellen, die man auch durchaus versteht, bei denen man sich aber nicht sicher sein kann, ob sie immer vollständig vorliegen. In manchen Fällen weiß man sogar sehr sicher, dass bestimmte Texte schlichtweg verloren gegangen sind. 

Die lateinische Sprache hat sich im Gegensatz zu den Hieroglyphen aber bis heute erhalten und man kann sie auch noch in Schulen lernen. Ähnliches kann man auch über das Altgriechisch sagen, das Theologen heute im Studium noch lernen müssen. Dementsprechend sicher kann man sich bei den Quellen der jeweiligen Mythologien sein. 

Viel schwieriger sieht es aber bei nordischen Mythen aus, denn die Germanen und andere sogenannte Barbaren haben uns kaum Schriften hinterlassen. Es gibt zwar einige Runensteine beispielsweise, aber die sind in ihrem Umfang nicht mit den Überlieferungen aus dem Mittelmeerraum zu vergleichen. 

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Runenstein Karlevi (http://grosssteingraeber.de/media/Fotos/Schweden/Kalmar/Oeland/P1110580karlevi.jpg)

Meine allererste Berührung mit der nordischen Mythologie bestand mit dem Lesen eines Artikels zu Yggdrasil. Ich denke, viele andere Menschen werden andere Berührungspunkte haben, sei es durch die Comicfigur Thor oder vielleicht auch durch Tolkiens Werke, die sehr stark von den nordischen Erzählungen geprägt worden sind. 

Yggdrasil wird gern als Weltenbaum oder fälschlicherweise als Weltenesche übersetzt. Falsch ist diese Übersetzung deswegen, weil das Wort wortwörtlich auf eine Eibe und nicht auf eine Esche verweist. Das spielt für den mythologischen Kontext eine Rolle. Er ist im Grunde eine Metapher oder die Vorstellung der nordischen Weltanschauung. Damit ist aber nicht die Welt in Form der Erde gemeint, diese Vorstellung geht wesentlich weiter. 

Es gibt bezüglich seiner Gestaltung zwei Vorstellung: Die am weitest verbreitete und eigentlich auch am ehesten anerkannte Vorstellung spricht von neun unterschiedlichen Welten, die sich in Yggdrasil wiederfinden und bei denen die Welteneibe eine Art Verbindung darstellt. Bildlich kann man es sich ungefähr so vorstellen, dass jede Welt auf einem Ast oder im Wurzelwerk liegt und die Äste zusammen mit dem Stamm stellen eine Verbindung her. 

Eine andere Vorstellung, die vor allem durch das Aufkommen der Quantenphysik entstanden ist, beschreibt Yggdrasil als eine Verbindung unendlich vieler Welten. Diese Interpretation geht davon aus, dass die neun namentlich bekannten Welten letztlich nur Beispiele für eine viel größere Zahl waren. Somit hat man in dem mythologischen Weltenbaum eine Art Metapher für das gefunden, was die Quantenphysik mit ihrer Mehrdimensionalität ebenfalls zum Ausdruck bringt. 

 

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Yggdrasil und seine Welten (https://www.pinterest.de/pin/404549979005016086/)

Zur Entstehungsgeschichte der Welt, auf der wir Menschen leben, gibt es zwei Versionen. Eine finden wir in der älteren Lieder-Edda und eine andere Version findet sich in der jüngeren Prosa-Edda.

Glaubt man den Nordmännern, so gab es am Anfang die sogenannte Ginnungagap, die meistens als Spalt oder Riss übersetzt wird. Dieser Riss diente als Grenze zwischen dem feurigen Muspellsheim und dem eisigen Niflheim. Durch das Feuer Muspellsheim kam es vor, dass ganze Gletscher schmolzen und das Schmelzwasser im Ginnungagap verschwand.

Im Punkt des Entstehens eines ersten Lebewesens unterscheiden sich nun beide Versionen voneinander. In der Lieder-Edda taucht plötzlich der Riese Ymir auf. Es gibt schlichtweg keine Erklärung, woher er stammt. In der Prosa-Edda aber wird erklärt, dass das Schmelzwasser aus Niflheim in die Ginnungagap floss und so, aus dem Kampf zwischen dem heißen Feuer und dem eher kalten Wasser, entstand Ymir.

In beiden Versionen wiederum wird dieser als der Urriese bezeichnet. Er wird als zweigeschlechtliches Wesen beschrieben, kann also ohne einen Partner andere Lebewesen hervorbringen. In beiden Versionen erschafft Ymir auch einen Sohn und eine Tochter, sowie einen weiteren sechsköpfigen Jungen. Lediglich die Prosa-Edda schreibt noch etwas zu dem sechsköpfigen Jungen. So sollen sich aus ihm die Urzeitriesen entwickelt haben. Beide Versionen wissen allerdings nicht weiter darüber zu berichten, was aus dem anderen Jungen und dem Mädchen wurde.

In der Prosa-Edda gibt es noch eine Urkuh mit dem Namen Audhumbla. Sie hatte zwei Funktionen: Einerseits ernährte sie Ymir und andererseits leckte sie aus einem Stein einen Mann namens Buri frei. Dies geschah innerhalb dreier Tage, wobei am ersten Tag lediglich die Haare, am zweiten Tag der Kopf und erst am dritten Tag der ganze Körper zu sehen war.

Dieser Buri wiederum zeugte einen Sohn mit dem Namen Burr und dieser wiederum zeugte mit der Riesin Bestla die drei Götter Odin, Vili und Ve.

Möglicherweise wurde der Abschnitt Audhumblas der Prosa-Edda allein deswegen hinzugefügt, weil sich aus der Lieder-Edda eine Lücke ergibt zwischen dem Riesen Ymir und der Entstehung der Götter.

Was mich zu einem Problem führt, dass ich noch erwähnen sollte.

Wie ich bereits geschrieben hatte, ist die Quellenlage bezüglich der Mythologie etwas dürftig. Zwar gibt es die beiden oben genannten Niederschriften, bei denen man aber nicht vergessen darf, dass sie einerseits einige Zeit nach den eigentlichen Lebzeiten derer entstanden sind, die an diese Dinge glaubten und damit darf man auch nicht vergessen, dass die Verfasser dieser Werke möglicherweise ihre eigenen Wertvorstellungen mit in die Texte einbrachten.

Im Falle der Prosa-Edda, die von einem Isländer namens Snorri Sturluson verfasst wurde, vermutet man etwa, dass durchaus auch christliche Einflüsse in dem Werk vorkommen könnten.

So berichtet Sturluson davon, dass die aus Ymirs sechsköpfigem Jungen hervorgegangenen Urzeitriesen nach der Entstehung des Meeres aus dem Blut des Riesen ertrunken seien. Umstritten ist diese Theorie vor allem deswegen, weil sie zu sehr an die christliche Sintflut erinnert und es in der Lieder-Edda keinerlei Hinweis auf ein derartiges Ereignis gibt. Auch später wird nie wieder in irgendeiner Form ein Bezug zu einer Sintflut gemacht.

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Urkuh nährt Ymir und leckt Buri frei (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=639093)

In jedem Falle jedoch töteten Odin, Vili und Ve den schlafenden Riesen und aus seinem Körper bauten sie die Welt. Die Erde wurde aus seinem Fleisch geformt, das Meer aus seinem Blut, Felsen und Gebirge waren einst Ymirs Knochen, die Bäume waren sein Haar, die Augenbrauen wurden zu Midgard, der Himmel wurde aus Ymirs Schädel geschaffen und die Wolken aus seinem Gehirn.

Diese Vorstellung mag für einen Europäer des 21. Jahrhunderts zunächst sehr martialisch wirken, allerdings gibt es auch in anderen Kulturen ähnliche Vorstellungen. In Indien etwa gibt es die Vorstellung eines Urmenschen Purusha aus dem die Welt hervorging.

Abhängig von den herangezogenen Quellen wird beispielsweise in der Ginnungagap auch eine Art Urvagina gesehen, aus der alles heraus geboren wurde. Dies passt zu der allgemeinen Vorstellung dieser Völker, dass das Weibliche schon immer das Leben hervorgebracht hat, also betrachtete man diesen Spalt oder Riss möglicherweise auch als etwas rein Weibliches. Wenn man diese Idee weiterspinnt, und manche Autoren tun das, kann man in dem geschmolzenen Eis Niflheims gewissermaßen auch eine Art Ursperma sehen, das letztlich Ginnungagap befruchtet hat.

Ob es die betreffenden Völker tatsächlich so gesehen haben, ist allerdings bis heute fraglich.

Fortsetzung folgt …

 

 

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Nordische Mythologie – Teil 1

Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

Die Leute, die mich schon länger kennen und vielleicht auch meine Videos gesehen haben, werden wissen, dass ich mich selbst eher als einen Pazifisten bezeichnen würde. Sehr wohl ist mir aber bewusst, dass der Pazifismus genauso wie der Kommunismus eine Ideologie ist und manchmal muss man den Pfad einer Ideologie verlassen und sich dem Pragmatismus zuwenden. Vor allem wenn das Gegenüber, welches man mit diplomatischen Mitteln versucht, zu beruhigen, darauf nicht eingehen will und es stattdessen nach einer handfesten Auseinandersetzung sucht.

Im Zuge dieser Überlegung hielt ich es für spannend, mich mit Kriegsführung auseinanderzusetzen. Damit ist vor allem der theoretische Aspekt gemeint – strategische Überlegungen, taktisches Vorgehen, mentale und moralische Probleme und Möglichkeiten.

Ich muss dazu sagen, dass ich diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt bin. In meiner Jugend habe ich mich recht viel mit Schlachten der Geschichte beschäftigt und auch mit technischen Möglichkeiten und Mitteln des Militärs. Allerdings musste ich feststellen, dass mein Wissen völlig überholt war.

Es mag merkwürdig sein, doch auch als eher pazifistischer und friedliebender Mensch, der ich schon immer war, hat mich Militärtechnik irgendwie fasziniert. Es war wohl eine ähnliche Faszination, wie sie Kinder beim Anblick einer Dampflok empfinden mögen.

Ich weiß auch, dass sich beispielsweise viele Manager mit Kriegsführung auseinandersetzen. Es gibt wahnsinnig viele Seminare, in denen Geschäftsmänner Sunzis „Kunst des Krieges“ lesen und die dort vorgebrachten Vorgehensweisen auf ihr alltägliches und geschäftliches Leben übertragen. Im Falle des alten chinesischen Meisters mag dies funktionieren, da seine Handlungsanweisungen recht allgemein gehalten sind und sie sich deswegen leicht auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen lassen. Bei modernen und vor allem spezifischen Werken funktioniert das nur noch sehr bedingt.

Aber darum ging es mir auch nicht primär. Ich wollte wissen, wie man heutzutage Kriege führt.

Also recherchierte ich ein wenig im Internet und stieß recht schnell auf William S. Lind. Der Mann ist heute 70 Jahre alt und hat Geschichte studiert. Außerdem gilt er als eine recht umstrittene und vor allem konservative Persönlichkeit. Aber er gilt vor allem auch als ein sehr guter Militärtheoretiker und Mitbegründer des sogenannten Fourth Generation Warfare, also der Kriegsführung der vierten Generation.

Besagter Lind hat auch ein kleines Buch herausgebracht namens 4th Generation Warfare Handbook. Leider gibt es das nur in der englischen Sprache und es ist manchmal etwas anstrengend, die ganzen Abkürzungen, die er aus dem Militärjargon verwendet, herauszufinden. Gemeint sind Kürzel wie etwa KIA, was killed in action, also getötet im Gefecht bedeutet.

Hat man sich aber einmal an diesen Jargon gewöhnt, liest sich das Buch erstaunlich flüssig und selbst für einen Menschen, der kein Militärtheoretiker ist, sind die darin enthaltenen Ausführungen sehr verständlich, weil er neben seinen theoretischen Ausführungen auch immer fiktive, aber dennoch praktische Anwendungen hinzufügt, beispielsweise als er Operation Goliath der Operation David gegenüberstellt.

Vielleicht kurz zur Erklärung: Beide Operationen sind fiktive Missionen im Inshallahland, einem fiktiven, islamisch geprägten Staat, in den die USA einmarschieren. Goliath beschreibt das übliche, uns sehr vertraute Vorgehen, bei dem die US-Army mit schweren Geräten in eine Stadt einmarschiert, Türen eintritt, Leute verhört und bedroht und sich letztlich mit der geballten Feindseligkeit der Bevölkerung konfrontiert sieht. David hingegen beschreibt ein subtileres Vorgehen, bei dem die Soldaten eben nicht als übermächtige Goliaths auftreten – daher die beiden Namen der Operationen nach der biblischen Geschichte. Stattdessen versuchen sich die US-Soldaten zu integrieren, in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten, in dem sie etwa in örtlichen Läden einkaufen gehen oder in Hotels oder Pensionen übernachten, statt sich eine riesige Basis aufzubauen.

Das mag sich jetzt sehr banal anhören, aber Lind führt aus, welch gravierenden Unterschied es bei diesen beiden Vorgehensweisen gibt. Im Falle von Goliath ziehen die Soldaten sehr schnell den Hass der Einheimischen auf sich, weil sie sich eben als übermächtige und alles zerstörende Entität darstellen. So machen sie es dem Feind – in diesem Falle etwa Terroristen, die sich gegen die Besatzung wehren wollen – sehr leicht ein Feindbild zu kreieren. Im Falle von David hingegen lernen die Einheimischen die Soldaten als normale Menschen kennen. Sie sehen sie nicht nur als Männer und Frauen in Uniformen, was es ihnen wesentlich schwerer macht, sie zu hassen und später auch zu bekämpfen.

Es ist eine der wichtigsten und zentralsten Vorbereitungen für einen Krieg, den Gegner zu entmenschlichen. Schaut man sich etwa die Propaganda vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg an, in dem der jeweilige Feind immer als etwas Böses und Unmenschliches dargestellt wird, versteht man auch, wieso es den jeweiligen Soldaten so vergleichsweise leicht fiel, sein Gegenüber zu erschießen.

In unserer heutigen Zeit, in der wir Kriege führen können wie Videospiele an irgendwelchen Joysticks, braucht es so gut wie keine Propaganda mehr. Ein Drohnenpilot sieht seinen Gegner nicht direkt, höchstens als Darstellung auf einem Bildschirm und er muss auch keine Waffe halten oder einen Abzug drücken. Er muss lediglich einen roten Knopf an einem Joystick betätigen und feuert dann eine Rakete oder Maschinengewehrsalve ab.

Diese Entwicklung hat Vor- aber eben auch Nachteile. Ein Vorteil ist die Abkehr vom sogenannten Totalen Krieg. Gemeint ist hier nicht die berühmte Rede Goebbels, es geht viel mehr um ein militärtheoretisches Konzept, das einen Krieg als ein allumfassendes Phänomen beschreibt.

Üblicherweise waren Kriege immer Konflikte zwischen bewaffneten Männern. Doch spätestens im Zweiten Weltkrieg richtete sich der Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung. Genau dieses Übergreifen von militärischem Personal auf Zivilisten beschreibt der Totale Krieg.

Mit modernen Kriegsmitteln wie etwa den Drohnen ist es heute möglich, sehr gezielte Angriffe vorzunehmen, wodurch Menschenleben geschont werden können. Glücklicherweise hat dieses Umdenken auch spätestens nach dem Vietnamkrieg eingesetzt.

Der größte Nachteil ist aber gleichzeitig auch die Entmenschlichung des Krieges. Denn wie oben beschrieben wird der bewaffnete Konflikt heute zu einem Videospiel.

Es ist ein bewiesenes Phänomen der Psychologie, dass es Menschen deutlich schwerer fällt, ein anderes Lebewesen eigenhändig zu töten, als irgendeinen Knopf zu drücken. Dabei geht es nicht mal darum, dass es weniger anstrengend wäre, jemanden zu erschießen, als ihn zu erwürgen. Der Punkt ist, wenn man jemanden erwürgt, sieht man seinem Gegenüber in der Regel ins Gesicht und man sieht den Ausdruck der blanken Angst. Manche Leute sagen auch, man sieht das Weiße im Auge des Feindes.

Wir kennen dieses Phänomen aus dem Reich der Tiere. Entgegen der weitverbreiteten Meinung töten Tiere sich nicht immer. Wenn sie Fleischfresser sind, töten sie andere Tiere, aber eben auch nicht aus Spaß. Es ist eine Notwendigkeit. Bei Revierkämpfen beispielsweise sterben Tiere selten, weil alle Tierarten die Aufgabe das Gegners akzeptieren. Viele Tiere präsentieren dann etwa ihren ungeschützten Bauch und für den Kontrahenten ist dies das Zeichen der Kapitulation.

Stellt man sich die Situation eines Drohnenpiloten vor, der seine Gegner maximal als kleine, ameisenartige Punkte auf einer Karte sieht, ist es nur zu leicht verständlich, wieso es einem solchen Piloten leicht fallen muss, den potenziell tödlichen Knopf zu betätigen.

Doch was bedeutet eigentlich nun diese Kriegsführung der vierten Generation?

Lind führt in seinem Buch aus, dass sich der moderne Krieg spätestens seit dem Vietnamkrieg verändert habe. Vorher haben Staaten gegeneinander Krieg geführt, aber schaut man sich heutige Schlachtfelder an, muss man feststellen, dass heute Staaten gegen nicht-staatliche Organisationen kämpfen wie etwa Terroristen. Um diesen verändertem Umstand Rechnung zu tragen, muss die Kriegsführung angepasst werden.

Zynisch gesagt: Der Krieg wird gewissermaßen weniger destruktiv. Denn statt mit einer gewaltigen Armee irgendwo einzumarschieren und alles einzuäschern, soll man sich nun auf kleine, konzentrierte Operationen verlassen.

Wie oben bereits ausgeführt hat diese Vorgehensweise das Ziel, die einheimische Bevölkerung nicht zu verärgern. Denn das grundsätzliche Problem im Kampf gegen Guerilla-Organisationen besteht darin, den eigentlichen Feind erst einmal zu erkennen.

Als Staaten gegen Staaten Krieg geführt haben, konnte man die Soldaten gut an ihren Uniformen erkennen. Im modernen Krieg kann jeder unscheinbare Zivilist einen Bombengürtel tragen und damit zu einer Gefahr werden.

Lind hat sehr gut erkannt, dass es vor allem der Hass der Zivilbevölkerung ist, der durch eventuell entstehende Schäden einmarschierender Truppen entsteht, der wiederum normale Zivilisten soweit radikalisieren kann, dass sie zu Selbstmordattentätern werden oder sich eben der jeweiligen Guerilla-Organisation anschließen.

Und genau dies mag der Grund sein, wieso es durchaus Sinn macht, sich als Pazifist mit dem Krieg zu beschäftigen. Denn was man vermeiden möchte, das muss man auch kennen und man kann etwas nur kennenlernen, wenn man sich damit beschäftigt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

Die (fremde) Welt des Schamanismus – Teil 2

Wie ich ja bereits im ersten Teil schrieb, besteht die wichtigste Arbeit eines Schamanen darin, solche Reisen zu unternehmen. Damit nehmen sie einen ähnlichen Stellenwert ein wie die Meditation im Buddhismus oder dem christlichen Gebet. Aber natürlich gibt es darüber hinaus noch einige Dinge zu wissen.

Prinzipiell gibt es im Schamanismus nicht die Einteilung in Gut und Böse. Viel eher trifft man eine Unterscheidung in Schamanen, die überwiegend heilen und Schamanen, die überwiegend Schaden zufügen. Dies ist übrigens auch der Grund, wieso man sich von den besagten Tieren mit den offen zur Schau gestellten Zähnen fern halten sollte, denn sie symbolisieren das Schadhafte. Darüber hinaus gibt es auch keinen Kodex, der allgemeingültig wäre, und der sich wie die zehn Gebote verhält. Somit ist es jedem Schamanen vollkommen selbst überlassen, wie er seine Kräfte einsetzen möchte.

Diese Kraft, die man entweder zum Heilen oder zum Schädigen nutzt, bezieht der Schamane aus Geistern. Sie sind im Grunde vergleichbar mit dem Qi oder Chi der Asiaten. Sie sind eine Art Energie, nur dass in der schamanischen Vorstellung diese Energie nicht formlos vorliegt, viel eher nimmt die Energie eine bestimmte, zumeist tierische Form an. Denn Tiere spielen im schamanischen Glauben eine sehr große Rolle.

Das wohl wichtigste Tier ist das Krafttier, manchmal auch Schutztier oder direkt Schutzgeist genannt. Nahezu jeder Mensch besitzt einen solchen Geist an seiner Seite – ist dieser nicht vorhanden, ist der Betroffene zumeist auch in irgendeiner Form krank.

Es gibt ganz unterschiedliche Theorien zu diesen Tieren. Manche Stämme glauben beispielsweise, dass das Krafttier notwendig ist, damit ein Mensch überhaupt erwachsen werden kann. Manche Stämme glauben, dass einem das Krafttier bereits in der Kindheit begegnet ist. Wieder andere Stämme glauben, dass man sich ganz besonders zu seinem Krafttier hingezogen fühlt. Wenn ich also eine Vorliebe für Hunde habe, könnte es naheliegen, dass mein Krafttier der Hund oder der Wolf ist. Allerdings sind diese Schutzgeister nicht auf real existierende Lebewesen beschränkt, so kann man etwa auch den Drachen als Krafttier haben.

In dem genannten Buch von Harner wird auch ein Ritual beschrieben, um das eigene Krafttier zu finden. Ich will das jetzt hier nicht wiedergeben, ansonsten wird der Autor womöglich noch rechtliche Schritte gegen mich einleiten, aber ganz grob gesagt, tanzt man im Grunde sein Tier. Man lässt sich quasi „gehen“ und findet sein Tier. Im Anschluss tanzt man es und fühlt sich in das Tier hinein. Dieses Ritual sollte regelmäßig wiederholt werden, um dem jeweiligen Tier zu huldigen, denn nur dadurch bleibt es einem auch erhalten. Also ist es womöglich vergleichbar mit antiken Kulturen, die bestimmte Götter angebetet haben, damit diese ihnen gewogen blieben.

Nichtsdestotrotz ist es vollkommen normal, dass dieses Krafttier im Laufe des Lebens wechseln kann. Man sollte also nicht zwingend an ein und demselben Tier festhalten wollen. Wie der Name andeutet, hat es zwei wichtige Funktionen: Einerseits schützt es seinen Träger, sowohl in der alltäglichen als auch in der nichtalltäglichen, schamanischen Welt und gleichzeitig gibt es dem Träger eben Kraft in der schamanischen Welt.

Womöglich hatte ich es im ersten Teil bereits geschrieben, aber eine wichtige Sache ist, dass es für einen Schamanen keine echte Trennung zwischen unserer, der alltäglichen Welt und der schamanischen Welt gibt. Dies kann man vor allem gut daran beobachten, dass Schamanen ihre Reisen direkt schildern. Sie sagen also nicht, dass sie glauben, sie wären durch einen Tunnel getreten oder sie haben sich auch nicht vorgestellt, dass sie über ihrem eigenen Körper schwebten. Sie berichten von ihren Reisen so, als hätten sie diese wirklich erlebt.

Dieser Umstand mag viele westliche Menschen verstören, weil sie in ihrem Weltverständnis eine klare Trennung zwischen der sogenannten Realität und jeder anderen Welt sehen. Ein Schamane allerdings begreift die Welt ganzheitlich, was aber nicht heißt, dass er glaubt, er könne in der alltäglichen Welt fliegen. Ihm ist lediglich bewusst, dass diese beiden Welten und auch die uns vielleicht vertrautere Welt der Träume in Verbindung zueinander stehen, dass sie nicht komplett voneinander abgekoppelte Systeme sind.

Aber noch einmal zurück zu den Krafttieren oder den Tieren allgemein: Ähnlich wie im Buddhismus behandelt ein Schamane seine Umwelt mit großem Respekt. Er blickt nicht als Mensch auf andere Tiere oder Pflanzen hinab, viel eher begreift er sich als einen Teil eines gewaltigen Organismus, den wir als Umwelt oder Natur bezeichnen. Entgegen vieler Gerüchte und Meinungen bedeutet dies aber nicht, dass man als Schamane (und dies gilt auch für Buddhisten) beispielsweise kein Fleisch essen dürfe.

Man darf Fleisch essen, aber man darf es eben nicht als eine Selbstverständlichkeit begreifen, dass sich ein Tier für den eigenen Genuss geopfert hat. Man muss diesem toten Tier Respekt zollen, gerade weil es sich als Nahrung zur Verfügung gestellt hat. Solch eine Einstellung zum Konsum von tierischen und auch pflanzlichen Erzeugnissen findet man auch bei nahezu allen Ureinwohnern oder sogenannten primitiven Völkern auf dieser Erde. Sie verzichten nicht auf Fleisch, aber sie wissen dieses Fleisch eben zu schätzen. Daher stammt womöglich auch die christliche Tradition, Gott für das Essen, was man eben hat, zu danken. Nur wie bereits beschrieben, sehen Schamanen die Göttlichkeit nicht in einer fiktiven Person kanalisiert.

Und dies ist nebenbei bemerkt, meiner Ansicht nach, auch eine sehr gute Einstellung für alle Menschen, unabhängig ihres eigenen Glaubens!

Diese Einstellung hat auch zur Folge, und hier muss ich die deutsche Übersetzung des Buches mal bemängeln, dass man sein Krafttier nicht besitzt. In der deutschen Übersetzung wird dieser Begriff verwendet, allerdings halte ich ihn, auch nach dem Lesen zahlreicher englischsprachiger Foren, für falsch.

Der Schamane kooperiert mit seinem Krafttier, aber er zwingt es keinesfalls, für ihn und seine Zwecke dienlich zu sein. Das wäre auch wenig logisch, gesteht man dem Krafttier doch einen eigenen Willen zu, wenn es einen Menschen auch verlassen kann.

Wie bereits erwähnt, kann ein Schamane auf zwei Arten aktiv werden: Er kann heilen oder er kann schädigen. Beides geschieht mithilfe von Geistern. Wenn ein Mensch also krank ist, hat er einen Geist in sich, der ihm Schaden zufügt. Wenn ein Schamane einen solchen Menschen heilen möchte, so muss er wieder ein Ritual vollziehen und diesen schadhaften Geist aus dem Körper des Kranken heraus saugen. Dabei hilft ihm sein Krafttier. Auch hierzu gibt es eine genaue Anleitung im Buch.

Ähnlich verhält es sich mit Schamanen, die einem Menschen Schaden wollen. Hierzu findet man nichts Weiteres im Buch, wahrscheinlich weil man genau das verhindern möchte. Auch im Internet findet man dazu vergleichsweise wenige Quellen. Was ich herausfinden konnte, war, dass es hierzu ebenfalls ein Ritual gibt und auch hierzu werden die Geister benutzt.

Man sollte mit solchen Kräften aber sehr vorsichtig umgehen. Auch wenn man einen Menschen heilen möchte, so gut die Idee und der Wille auch sein mögen, man sollte so etwas nicht tun, wenn man nicht wirklich geübt darin ist. Denn auch Harner schreibt in seinem Buch, dass man durchaus Schäden verursachen kann, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Er schreibt zwar auch von einem Schüler, der sich auf seine Intuition verlassen hat und mit dieser nicht falsch lag, aber nicht immer ist die Intuition, auch bei Schamanen, eine verlässliche Quelle!

Im Grunde endet der Exkurs in diese so fremde Welt hier. Sicherlich gibt es noch viel mehr zu betrachten und zu lernen, aber ich habe mich bewusst an dem Buch orientiert, weil es eben den Anspruch erhebt, eine Art Grundlagenlehrgang zu bieten. Es ist übrigens ganz lohnenswert im Internet zu schauen, denn dort gibt es viele Informationen, auch wenn ich manche Seiten für eher weniger seriös halte. Ein guter Anlaufpunkt, Harner benennt die Seite auch selbst, wäre die Foundation for Shamanic Studies, die beispielsweise auch Seminare für Schamanismus in unterschiedlichen Sprachen anbietet. Dort findet man auch eine Liste für weiterführende Literatur, wenn man sich mehr für das Thema interessieren sollte.

Ich danke wieder für die Aufmerksamkeit!

Die (fremde) Welt des Schamanismus – Teil 2

Für einen offenen Verstand!

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Black Knight Satellit

Dieses … Ding, was über dem Text schwebt, und zugleich auch über der Erde schwebte, ist für mich eines der größten Mysterien und zugleich eine der größten Inspirationsquellen für mein Schaffen. Abhängig davon auf welchen Seiten man nach diesem Phänomen sucht, reicht die Bandbreite der Erklärungen von Verschwörungstheorien bis hin zu einem extraterrestrischen Artefakt.

Was als gesichertes Wissen gelten kann: Dieses Ding wurde fotografiert und von der NASA so veröffentlicht. Die NASA selbst geriet damit in Erklärungsnot und verkündete, dass es sich um eine Thermo-Decke handelt, die während eines Fluges aus einem Flugzeug heraus geweht worden ist. Wann dieses Objekt zum ersten Mal gesichtet wurde, ist nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde es in den 1960er Jahren, denn dies war die Zeit, in der die NASA die Bilder veröffentlichte. Und wie es so oft ist bei solchen Entdeckungen, meldeten sich natürlich unzählige Menschen, die behaupteten, dieses Ding hinge schon ewig über der Erde und sie hätten es sowieso schon gewusst. Was auch als gesichert gelten kann, ist der Umstand, dass es eine vergleichsweise lange Zeit über der Polarregion der Erde schwebte und dann urplötzlich verschwand.

Taucht man etwas in die weniger seriösen Quellen ab, dann findet man dort Geschichten, die sich vor allem um den Erfinder Nikola Tesla ranken. Angeblich habe Tesla bereits zu seinen Lebzeiten von diesem Objekt bestimmte Radiowellen empfangen können. Tesla selbst hat sich tatsächlich zu solchen mysteriösen Wellen geäußert, allerdings ging er selbst davon aus, dass es sich dabei um Strahlung aus dem Universum hielt. Er sah diese Abstrahlung aber eher als eine Art Strahlungsabfall des Universums an. Natürlich gibt es aber auch Menschen, die der absoluten Überzeugung sind, dass Tesla von dem Objekt wusste. Einige gehen sogar soweit zu behaupten, dass dieses Ding mit Tesla kommuniziert habe und deswegen konnte er all seine Erfindungen bauen, die für seine Zeit wirklich wahnsinnig fortschrittlich erschienen.

Für mich persönlich spielt es keine wirkliche Rolle, was dieses Ding wirklich ist. Womöglich werden wir es niemals wirklich mit absoluter Sicherheit sagen können, denn, wie ich bereits geschrieben habe, ist es verschwunden. In jedem Falle aber regt dieser Fund die menschliche Fantasie an. Genau solche Mysterien sind es auch, die uns immer wieder vor Augen führen können, dass es eben mehr auf der Welt geben könnte als die reine, empirisch belegbare Wissenschaft. Möglicherweise war es wirklich einfach irgendwelcher Müll, aber andererseits könnte dies auch ein antiker Satellit gewesen sein, der wiederum auf eine bereits ausgestorbene Zivilisation hindeutet oder dieser antike Satellit soll uns zeigen, dass es Zivilisationen gibt, die uns weit überlegen sind und uns mit Hilfe solcher Vorrichtungen beobachten.

Natürlich ist dieses Objekt hier auch stellvertretend für eine ganze Reihe von faszinierenden Phänomenen wie Kornkreisen, merkwürdigen Fotografien und anderen Dingen. Ob man nun an die Echtheit all dieser Ereignisse glauben mag, ist jedem Menschen selbst überlassen. Natürlich kann man sich angesichts solcher Bilder und Videos natürlich auch fürchten, doch ich würde es bevorzugen, wenn die Menschen sich davon faszinieren und inspirieren ließen.

Das mag in erster Linie nach esoterischem Geschwätz klingen, doch im Endeffekt ist es reiner Pragmatismus, denn was würde denn, rein hypothetisch, passieren, wenn morgen Aliens auf der Erde landen, die uns ganz offensichtlich überlegen sind? Sofort würden die Pessimisten aus ihren Löchern kommen und uns ermahnen, wie Zusammentreffen zwischen Zivilisationen aussahen, bei denen ein Volk technologisch unterlegen war. Man denke nur an die Europäer, die damals in Mittelamerika landeten. Diese Vorstellungen führen zu Angst und die Angst wiederum treibt uns in eine Ecke, verleitet uns womöglich zu dummen Taten und damit würden wir eine Chance verspielen mit anderen ebenso intelligenten, vielleicht sogar intelligenteren Lebewesen in Kontakt zu treten.

Das hört sich verrückt an, sicher, aber die mathematische Chance, dass es anderes intelligentes Leben gibt, besteht und sie ist nicht so niedrig, wie man vielleicht glauben mag. Angesichts der schieren Größe des Universums, angesichts der zahllosen Exoplaneten – Himmelskörper, die der Erde sehr ähnlich sind – müssen wir uns mit diesem Gedanken abfinden oder noch besser anfreunden.

Es gibt sogar unter Menschen eine Theorie, die besagt, dass Aliens uns nicht feindlich gesonnen sein können, weil es absolut unlogisch wäre. Man muss nur einmal bedenken, welchen Aufwand es bedeutet, durch die Galaxis zu reisen. Keine vernunftbegabte Rasse würde eine solche Reise unternehmen, um am Ende ihrer Reise eine aufgefundene Rasse einfach auszulöschen. Ich persönlich teile diese Meinung nicht. Wir kennen auch auf der Erde Parasiten, die sich von Wirtskörper zu Wirtskörper durchschlagen und möglicherweise kann es auf einer galaktischen Ebene ebenfalls solche Lebewesen geben, nur sind die Wirtskörper dann die Lebewesen auf anderen Planeten. Aber wir sollten eben nicht so pessimistisch sein und menschliche Eigenschaften auf eine vollkommen fremde Spezies übertragen. Nur weil wir einen gewissen Hang zur Gewalt und zum Krieg kennen, muss dies nicht für andere Lebewesen zutreffen, die uns in diesem Fall in keiner Weise ähnlich sein könnten, weil sie eine vollkommen andere Entwicklung durchlaufen haben könnten.

Und was mir am ganz Schluss zu sagen übrig bleibt: Wir alle sollten einen wachen, aufmerksamen und offenen Verstand besitzen.

Für einen offenen Verstand!