Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

Die Leute, die mich schon länger kennen und vielleicht auch meine Videos gesehen haben, werden wissen, dass ich mich selbst eher als einen Pazifisten bezeichnen würde. Sehr wohl ist mir aber bewusst, dass der Pazifismus genauso wie der Kommunismus eine Ideologie ist und manchmal muss man den Pfad einer Ideologie verlassen und sich dem Pragmatismus zuwenden. Vor allem wenn das Gegenüber, welches man mit diplomatischen Mitteln versucht, zu beruhigen, darauf nicht eingehen will und es stattdessen nach einer handfesten Auseinandersetzung sucht.

Im Zuge dieser Überlegung hielt ich es für spannend, mich mit Kriegsführung auseinanderzusetzen. Damit ist vor allem der theoretische Aspekt gemeint – strategische Überlegungen, taktisches Vorgehen, mentale und moralische Probleme und Möglichkeiten.

Ich muss dazu sagen, dass ich diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt bin. In meiner Jugend habe ich mich recht viel mit Schlachten der Geschichte beschäftigt und auch mit technischen Möglichkeiten und Mitteln des Militärs. Allerdings musste ich feststellen, dass mein Wissen völlig überholt war.

Es mag merkwürdig sein, doch auch als eher pazifistischer und friedliebender Mensch, der ich schon immer war, hat mich Militärtechnik irgendwie fasziniert. Es war wohl eine ähnliche Faszination, wie sie Kinder beim Anblick einer Dampflok empfinden mögen.

Ich weiß auch, dass sich beispielsweise viele Manager mit Kriegsführung auseinandersetzen. Es gibt wahnsinnig viele Seminare, in denen Geschäftsmänner Sunzis „Kunst des Krieges“ lesen und die dort vorgebrachten Vorgehensweisen auf ihr alltägliches und geschäftliches Leben übertragen. Im Falle des alten chinesischen Meisters mag dies funktionieren, da seine Handlungsanweisungen recht allgemein gehalten sind und sie sich deswegen leicht auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen lassen. Bei modernen und vor allem spezifischen Werken funktioniert das nur noch sehr bedingt.

Aber darum ging es mir auch nicht primär. Ich wollte wissen, wie man heutzutage Kriege führt.

Also recherchierte ich ein wenig im Internet und stieß recht schnell auf William S. Lind. Der Mann ist heute 70 Jahre alt und hat Geschichte studiert. Außerdem gilt er als eine recht umstrittene und vor allem konservative Persönlichkeit. Aber er gilt vor allem auch als ein sehr guter Militärtheoretiker und Mitbegründer des sogenannten Fourth Generation Warfare, also der Kriegsführung der vierten Generation.

Besagter Lind hat auch ein kleines Buch herausgebracht namens 4th Generation Warfare Handbook. Leider gibt es das nur in der englischen Sprache und es ist manchmal etwas anstrengend, die ganzen Abkürzungen, die er aus dem Militärjargon verwendet, herauszufinden. Gemeint sind Kürzel wie etwa KIA, was killed in action, also getötet im Gefecht bedeutet.

Hat man sich aber einmal an diesen Jargon gewöhnt, liest sich das Buch erstaunlich flüssig und selbst für einen Menschen, der kein Militärtheoretiker ist, sind die darin enthaltenen Ausführungen sehr verständlich, weil er neben seinen theoretischen Ausführungen auch immer fiktive, aber dennoch praktische Anwendungen hinzufügt, beispielsweise als er Operation Goliath der Operation David gegenüberstellt.

Vielleicht kurz zur Erklärung: Beide Operationen sind fiktive Missionen im Inshallahland, einem fiktiven, islamisch geprägten Staat, in den die USA einmarschieren. Goliath beschreibt das übliche, uns sehr vertraute Vorgehen, bei dem die US-Army mit schweren Geräten in eine Stadt einmarschiert, Türen eintritt, Leute verhört und bedroht und sich letztlich mit der geballten Feindseligkeit der Bevölkerung konfrontiert sieht. David hingegen beschreibt ein subtileres Vorgehen, bei dem die Soldaten eben nicht als übermächtige Goliaths auftreten – daher die beiden Namen der Operationen nach der biblischen Geschichte. Stattdessen versuchen sich die US-Soldaten zu integrieren, in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten, in dem sie etwa in örtlichen Läden einkaufen gehen oder in Hotels oder Pensionen übernachten, statt sich eine riesige Basis aufzubauen.

Das mag sich jetzt sehr banal anhören, aber Lind führt aus, welch gravierenden Unterschied es bei diesen beiden Vorgehensweisen gibt. Im Falle von Goliath ziehen die Soldaten sehr schnell den Hass der Einheimischen auf sich, weil sie sich eben als übermächtige und alles zerstörende Entität darstellen. So machen sie es dem Feind – in diesem Falle etwa Terroristen, die sich gegen die Besatzung wehren wollen – sehr leicht ein Feindbild zu kreieren. Im Falle von David hingegen lernen die Einheimischen die Soldaten als normale Menschen kennen. Sie sehen sie nicht nur als Männer und Frauen in Uniformen, was es ihnen wesentlich schwerer macht, sie zu hassen und später auch zu bekämpfen.

Es ist eine der wichtigsten und zentralsten Vorbereitungen für einen Krieg, den Gegner zu entmenschlichen. Schaut man sich etwa die Propaganda vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg an, in dem der jeweilige Feind immer als etwas Böses und Unmenschliches dargestellt wird, versteht man auch, wieso es den jeweiligen Soldaten so vergleichsweise leicht fiel, sein Gegenüber zu erschießen.

In unserer heutigen Zeit, in der wir Kriege führen können wie Videospiele an irgendwelchen Joysticks, braucht es so gut wie keine Propaganda mehr. Ein Drohnenpilot sieht seinen Gegner nicht direkt, höchstens als Darstellung auf einem Bildschirm und er muss auch keine Waffe halten oder einen Abzug drücken. Er muss lediglich einen roten Knopf an einem Joystick betätigen und feuert dann eine Rakete oder Maschinengewehrsalve ab.

Diese Entwicklung hat Vor- aber eben auch Nachteile. Ein Vorteil ist die Abkehr vom sogenannten Totalen Krieg. Gemeint ist hier nicht die berühmte Rede Goebbels, es geht viel mehr um ein militärtheoretisches Konzept, das einen Krieg als ein allumfassendes Phänomen beschreibt.

Üblicherweise waren Kriege immer Konflikte zwischen bewaffneten Männern. Doch spätestens im Zweiten Weltkrieg richtete sich der Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung. Genau dieses Übergreifen von militärischem Personal auf Zivilisten beschreibt der Totale Krieg.

Mit modernen Kriegsmitteln wie etwa den Drohnen ist es heute möglich, sehr gezielte Angriffe vorzunehmen, wodurch Menschenleben geschont werden können. Glücklicherweise hat dieses Umdenken auch spätestens nach dem Vietnamkrieg eingesetzt.

Der größte Nachteil ist aber gleichzeitig auch die Entmenschlichung des Krieges. Denn wie oben beschrieben wird der bewaffnete Konflikt heute zu einem Videospiel.

Es ist ein bewiesenes Phänomen der Psychologie, dass es Menschen deutlich schwerer fällt, ein anderes Lebewesen eigenhändig zu töten, als irgendeinen Knopf zu drücken. Dabei geht es nicht mal darum, dass es weniger anstrengend wäre, jemanden zu erschießen, als ihn zu erwürgen. Der Punkt ist, wenn man jemanden erwürgt, sieht man seinem Gegenüber in der Regel ins Gesicht und man sieht den Ausdruck der blanken Angst. Manche Leute sagen auch, man sieht das Weiße im Auge des Feindes.

Wir kennen dieses Phänomen aus dem Reich der Tiere. Entgegen der weitverbreiteten Meinung töten Tiere sich nicht immer. Wenn sie Fleischfresser sind, töten sie andere Tiere, aber eben auch nicht aus Spaß. Es ist eine Notwendigkeit. Bei Revierkämpfen beispielsweise sterben Tiere selten, weil alle Tierarten die Aufgabe das Gegners akzeptieren. Viele Tiere präsentieren dann etwa ihren ungeschützten Bauch und für den Kontrahenten ist dies das Zeichen der Kapitulation.

Stellt man sich die Situation eines Drohnenpiloten vor, der seine Gegner maximal als kleine, ameisenartige Punkte auf einer Karte sieht, ist es nur zu leicht verständlich, wieso es einem solchen Piloten leicht fallen muss, den potenziell tödlichen Knopf zu betätigen.

Doch was bedeutet eigentlich nun diese Kriegsführung der vierten Generation?

Lind führt in seinem Buch aus, dass sich der moderne Krieg spätestens seit dem Vietnamkrieg verändert habe. Vorher haben Staaten gegeneinander Krieg geführt, aber schaut man sich heutige Schlachtfelder an, muss man feststellen, dass heute Staaten gegen nicht-staatliche Organisationen kämpfen wie etwa Terroristen. Um diesen verändertem Umstand Rechnung zu tragen, muss die Kriegsführung angepasst werden.

Zynisch gesagt: Der Krieg wird gewissermaßen weniger destruktiv. Denn statt mit einer gewaltigen Armee irgendwo einzumarschieren und alles einzuäschern, soll man sich nun auf kleine, konzentrierte Operationen verlassen.

Wie oben bereits ausgeführt hat diese Vorgehensweise das Ziel, die einheimische Bevölkerung nicht zu verärgern. Denn das grundsätzliche Problem im Kampf gegen Guerilla-Organisationen besteht darin, den eigentlichen Feind erst einmal zu erkennen.

Als Staaten gegen Staaten Krieg geführt haben, konnte man die Soldaten gut an ihren Uniformen erkennen. Im modernen Krieg kann jeder unscheinbare Zivilist einen Bombengürtel tragen und damit zu einer Gefahr werden.

Lind hat sehr gut erkannt, dass es vor allem der Hass der Zivilbevölkerung ist, der durch eventuell entstehende Schäden einmarschierender Truppen entsteht, der wiederum normale Zivilisten soweit radikalisieren kann, dass sie zu Selbstmordattentätern werden oder sich eben der jeweiligen Guerilla-Organisation anschließen.

Und genau dies mag der Grund sein, wieso es durchaus Sinn macht, sich als Pazifist mit dem Krieg zu beschäftigen. Denn was man vermeiden möchte, das muss man auch kennen und man kann etwas nur kennenlernen, wenn man sich damit beschäftigt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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Ein Pazifist beschäftigt sich mit Kriegsführung

*KK: Martin Schulz

Ich warne schon mal vorab, dass dieser Kommentar voller Hass und Verachtung ist. Jetzt mag man sich fragen, wieso das denn? Was hat mir denn dieser Martin Schulz getan?

Nun, mir direkt hat er nichts getan. Gleiches gilt auch für die SPD.

Mein Hass und meine Verachtung rühren viel eher daher, was die SPD und besagter Schulz eben nicht getan haben. Mein Hass und meine Verachtung schöpfen sich aus den Lügen und dem Schönreden, das wir gerade vor allem seitens der SPD erleben können.

Fairerweise muss man sagen, dass diese Partei wohl auch keine andere Wahl hat. Solange ich zurückdenken kann, stand die SPD noch nie so schlecht da. Sicher, es gab immer die Menschen, die den altbekannten Satz riefen: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ Angesichts der langen Geschichte der SPD macht man sich wohl im Laufe der Zeit Feinde.

Allerdings wirkt es fast erbärmlich, wenn eine Partei, die ihren Konkurrenten ständig Populismus vorwirft, nun, im Angesicht ihres (fast sicheren) Untergangs, ebenfalls auf diese Karte setzt. Der einzige Unterschied zwischen der AfD und der SPD besteht schlichtweg im Inhalt der populistischen Aussagen. Wenn man die AfD als rechtspopulistisch bezeichnet, dann muss man die SPD ganz klar als sozialpopulistisch betiteln.

Wie sonst soll man das Gebaren eines Martin Schulz bezeichnen, der sich als „Anwalt der Arbeiter und kleinen Leute“ aufspielen will? Nur zur Erinnerung – ich weiß, dass das Gedächtnis der Wähler und Wählerinnen ein kurzes ist – dieser Mann gehört derselben Partei an, die die Agenda 2010 auf den Weg gebracht hat und die diesen Plan nach wie vor für einen Erfolg hält. Es ist dieselbe Partei, die die befristeten Arbeitsstellen salonfähig gemacht hat. Es ist die Partei, die Jobs geschaffen hat, von denen man nicht mehr leben kann und stattdessen zum Amt laufen muss, um sich seinen lächerlichen Mindestlohn noch aufstocken zu lassen.

Und wenn die einzige Antwort dieser Partei auf ein immer stärker werdendes Abdriften in Richtung Konservatismus und Nationalismus darin besteht, populistisch zu agieren – die Strategie des erklärten Feindes also zu kopieren -, zeugt das letztlich nur von der gewaltigen Unfähigkeit, drängende Probleme zu lösen.

Die SPD ist mittlerweile wie die Partei der Grünen: Beide haben hohe und sicher gute Ziele, zumindest formulieren sie solche Ziele, aber wenn man sich deren Handlungen anschaut, kann man diese Ziele nicht einmal mehr in marginaler Weise erkennen. Oder anders gesagt: Die von diesen Parteien bevorzugte Selbstdarstellung hat nichts mehr mit dem realen Auftreten gemein.

Doch der größte Witz: Sie bekämpfen den rechten Rand.

Oft rühmen sich Vertreter dieser Partei auch damit, dass sie ja schon immer den rechten Rand bekämpft hätten. Wahrscheinlich ist dies oft als Anspielung auf den „Widerstandskampf“ der Sozialdemokraten im Dritten Reich gemeint.

Der sogenannte „Widerstand“ gegen Hitler bestand damals in Reden, dann ins Ausland zu flüchten, um dann von dort aus – dem vergleichsweise sicheren Ausland – Pläne zu schmieden, Flugblätter zu drucken und diese mit mäßigem Erfolg im Deutschen Reich zu verteilen.

Es grenzt an blanken Hohn, diese „Leistung“ im Angesicht des Kampfes der Geschwister Scholl und der Weißen Rose oder eines Claus Schenk Graf von Stauffenberg auch nur zu erwähnen oder in irgendeiner Form in den Vordergrund drängen zu wollen.

Jetzt mag man sagen, sowohl die Geschwister Scholl als auch Stauffenberg brachten das NS-Regime nicht zu Fall. Ja, das stimmt, aber sie haben ihr Leben für ein hohes Ziel und für ebenso hohe Ideale geopfert. Sie haben gehandelt, während die SPD nur hohle Reden geschwungen hat.

Und genau dies ist das wohl grundlegendste Problem der SPD.

Sie reden davon, mehr für die „kleinen Leute“ tun zu wollen. Aber was hat die SPD denn in der großen Koalition mit der CDU bislang getan? Welche Höhe eines Mindestlohns hatte sich denn nach den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt?

Kurzum: Wenn die SPD etwas für diese besagten Menschen hätte tun wollen, so hätte dies längst geschehen können. Sie sind bereits mit in der Regierungsverantwortung. Wer also glaubt, sie würden mehr tun, nur weil sie dann mit den Linken und den Grünen an der Macht sind, der kann diese Partei gern wählen und dem wünsche ich dann ein fröhliches Erwachen und einen guten Therapeuten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

*KK: Martin Schulz

Meine Meinung … Fake-News

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In letzter Zeit ist ja immer wieder die Rede davon, dass die Regierung gegen sogenannte Fake-News vorgehen möchte. Logischerweise ist der Aufschrei in den alternativen Medien riesig, denn man wittert sofort eine Zensur.

Doch, was ist dran an diesem Vorwurf? Kann der Kampf gegen Fake-News tatsächlich in einer Welle der Zensur enden?

Meiner Meinung nach hängt das sehr stark von der letztlichen Definition ab, was man unter diesen Fake-News zu verstehen hat? Ist denn alles Fake, was in der breiten Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist?

Nehmen wir mal die Enthüllungen von Edward Snowden. Einigen Menschen war durchaus bewusst, wie weit die Macht der Geheimdienste reicht, aber den meisten Bürgern erschien das sicher vollkommen neu, was dieser Herr Snowden da sagte. Hätte man seine Aussagen dann auch zuerst zu den Fake-News gerechnet und sie gnadenlos gelöscht?

Was passiert denn eigentlich, wenn sich eine vermeintliche Fake-News als eine echte Nachricht entpuppt? Werden eventuelle Löschungen dann wieder rückgängig gemacht? Werden sich die Verantwortlichen für ihr fehlerhaftes Handeln entschuldigen?

Und wer bestimmt überhaupt über die Definition einer Fake-News? Wird es Strafen für Menschen geben, die unwissentlich solche Nachrichten mit verbreiten?

Wie transparent werden diese Löschungen vorgenommen?

Aktuelle Beispiele auf YouTube und Facebook haben mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht und die Transparenz der beiden genannten Unternehmen bezüglich von Löschungen und Sperrungen ist mehr als dürftig. Hinzu kommt, dass man als User kaum bis gar keine Möglichkeiten hat, an die Verantwortlichen der jeweiligen Maßnahmen heranzukommen.

YouTube schreibt einem YouTube-Channel-Betreiber keine Mail, in der ein Name steht, an den man sich wenden könnte. Nein, YouTube stellt den User vor vollendete Tatsachen, löscht das Video einfach oder lässt es erst einmal sperren. Dann bekommt man eventuell die Möglichkeit, Einspruch einzulegen oder sich zu rechtfertigen.

Wie ist ein solches Vorgehen in einem Rechtsstaat möglich, dessen oberster Grundsatz lautet, dass die Schuld eines Angeklagten erst bewiesen werden muss, bevor ein Urteil gesprochen wird? Würde man ein solches Vorgehen in die reale Justiz übertragen, so könnte man einen Menschen, der eines Diebstahls bezichtigt wurde, schon mal vorsorglich bestrafen, noch ehe er überhaupt die Möglichkeit einer Verteidigung hatte.

Angesichts der zahlreichen Fragen ist es (momentan) noch nicht möglich, genau sagen zu können, ob sich dieses neue Vorgehen gegen sogenannte Fake-News zur Zensur eignen wird. Fakt ist aber schon jetzt, dass es das Potenzial dazu hat. Und allein diese Tatsache muss die Menschen allmählich hellhörig werden lassen.

Nur als kleine Erinnerung: Die Nationalsozialisten haben mit ihrem Machterhalt auch nicht sofort alle Gesetze verändert. Sie haben dies Stück für Stück getan. Sollte dem Leser oder der Leserin dieses Vorgehen bekannt vorkommen?

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. 

Dieses Zitat stammt nicht von Adolf Hitler, es ist von Jean-Claude Juncker zu finden in Der Spiegel (Ausgabe vom 27. Dezember 1999 im Artikel „Die Brüsseler Republik“). Aber es beschreibt in wunderbarer Weise, wie es die Nationalsozialisten geschafft haben, einen Rechtsstaat derart umzubauen, dass all die Dinge, die wir heute so am Dritten Reich verachten, sogar in einem rechtlichen Rahmen erlaubt und gewollt waren. Und wer nicht glauben kann, dass das Deutsche Reich in jener Zeit ein Rechtsstaat war, dem sei nur einmal ans Herz gelegt, sich die Nürnberger Rassengesetze anzusehen, die das harte und unmenschliche Vorgehen speziell gegen Juden rechtlich legitimiert haben.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Meine Meinung … Fake-News